Zur Entscheidung: Human engagierte Sozialwissenschaften!

Liste 2: Programm zu den Wahlen zum Fakultätsrat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und zum Fachbereichsrat Sozialwissenschaften.

„Seit jener Zeit [dem dreißigjährigen Krieg] hat man unzählige Friedensschlüsse unterzeichnet, die – leider – dazu gedient haben, neue Kriege vorzubereiten, immer schrecklichere, immer todbringendere. Glauben Sie aber bitte nicht, dass ich so pessimistisch bin, um etwa nicht an einen wahrhaft echten und dauerhaften Frieden zu glauben. Im Gegenteil: Ich sehe diesen Frieden kommen, der es den Menschen ermöglichen wird, jene große Schlacht zu gewinnen, die allen ein harmonisch geregeltes Leben im Rahmen der Menschenwürde gewährleisten wird.“

Frans Masereel, aus einer Rede in Münster am 22. Juni 1963

Frieden, Überwindung der globalen sozialen Ungleichheit und demokratische Bestimmung der Vielen über den Fortgang der
Geschichte ist keine Frage von Naturentwicklung oder Wahrscheinlichkeiten, es ist eine politische Entscheidung. Es ist eine Entscheidung gegen das Prinzip der vernichtenden internationalen Konkurrenz, gegen den Profit einiger Weniger auf Kosten unermesslichen Leids von milliarden Menschen. Es ist die
Entscheidung der Unterdrückten, das Ruder zu übernehmen.

In diesem Sinne wurde das Grundgesetz nach der Befreiung vom deutschen Faschismus 1945 ausgehend von dem Grundsatz
„Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ geschrieben.
Die Friedensfinalität, die unteilbaren Menschenrechte und der
demokratische Sozialstaat bilden die wesentlichen antifaschistischen Schlussfolgerungen. Heute, 81 Jahre später, ist die Verwirklichung der Schlussfolgerungen im Kontra zur revisionistischen Politik der Bundesregierung, Militarisierung und steigender sozialer Ungleichheit hoch aktuell.

Die materiellen Voraussetzungen für diese echte Demokratie sind umfänglich erarbeitet: Niemand müsste an Hunger leiden, alle könnten teilhaben an Bildung, Gesundheitsversorgung und Kultur. Kaum etwas ist dagegen so schädlich wie die antihumane neoliberale Ideologie nach dem Dogma „Survival of the fittest“. Diese Ideologie und entsprechende politische Praxis gehören überwunden. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, die Gestaltung der Gesellschaft durch die Vielen zum gemeinsamen Wohle ist menschliches Bedürfnis und historische Konsequenz des „Nie wieder“.

Die Friedenspolitik, Diplomatie, Abrüstung und internationale Kooperation zu stärken, für Umverteilung, soziale Gleichheit und mehr Demokratie zu wirken, sind unbedingte aufklärerische Aufträge der Sozialwissenschaften. Der Kampf für eine auskömmliche Finanzierung der Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen ist wesentlicher Bestandteil dieser Auseinandersetzung. Dafür wirken wir in den Gremien der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften:

Geld für die Uni und Soziales statt für Waffen

•  Eine auskömmliche Finanzierung der Universität: Geld ist genug da. Es braucht die Erkenntnisse der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um gruppenübergreifend und öffentlich für eine sozial gerechte Bildungs- und Wissenschaftspolitik zu streiten. Dafür schließen wir an die gelungene Demo „Wissen schafft Zukunft“ vom 11.6.26 an, bei dem 8.000 Studierende demonstriert haben!

  Soziale Studienbedingungen als Teil sozialer Verbesserungen für alle: Kritisches gesellschaftliches Eingreifen unter würdigen Lebensbedingungen braucht eine auskömmliche Studienfinanzierung durch ein „BAföG für Alle!“, mehr und günstigere Wohnheimplätze, Mensaessen und Mobilität. Das ist Teil der sozialen Kämpfe in der ganzen Gesellschaft. Im Kämpfen bilden und erstreiten wir unsere Würde.

  Der Pferdestall (AP1) schnellstmöglich vollständig renoviert als Ort der Sozialwissenschaften:  Wir brauchen einen gemeinsamen Studienort mit Seminarräumen, studentischen Räumen, Büros und Bibliothek unter einem Dach, wo man sich begegnet, austauschen und streiten kann.

Friedenswissenschaft gegen rechts

•  Die Internationale Kriminologie wieder einführen und finanzieren: Resozialisierung statt restriktiver Haftstrafen. Völkerverständigung statt Feindbildkonstruktion. Solidarität statt Kriminalisierung. Die Überwindung der strukturellen Gewalt statt Sündenbockideologie, Hetze und Verrohung – für all das ist die Kriminologie unverzichtbar.

  Den Arbeitskreis Kriegsursachenforschung (AKUF) fortführen und ausbauen: Das Verstehen der Kriegsursachen mit dem Impetus Krieg und Gewalt grundsätzlich zu überwinden ist entscheidend, um die aktuellen Kriege zu beenden.

•  Das Friedensforschungsinstitut (IFSH) auf zivile Konfliktlösung und Abrüstungsinitiativen reorientieren: Die Legitimation von Macht- und Sicherheitspolitik ist eine politische Entscheidung.Krieg ist nicht alternativlos, wenn die Friedenswissenschaften mit Diplomatie und Verständigung zivilisierend eingreifen und aufklären.

•  Veranstaltungen zur Entwicklung einer Friedensorientierung in allen Studiengängen: Wir initiieren Veranstaltungen wie die Diskussion mit Gabriele Krone Schmalz „Mit Friedensjournalismus gegen “Kriegstüchtigkeit”. Wie kann Journalismus angesichts des Ukraine-Kriegs zur zivilen Entwicklung beitragen?“ (Videoaufnahme auf YouTube: Mit Friedensjournalismus gegen Kriegstüchtigkeit“ – Veranstaltung mit Gabriele Krone-Schmalz https://youtu.be/biCv-f9iajI )

  (Wieder-)Auf- und Ausbau von studentischem Austausch und Wissenschaftskooperationen zur Völkerverständigung: Wissenschaftlicher Austausch, allen voran der Studierenden, mit Universitätsmitgliedern insbesondere in Russland, Ukraine, Palästina, Israel und dem globalen Süden ist relevant zur Verwirklichung der Menschenrechte statt Einbindung der Universitäten in Ausbeutung und Krieg.

Lernen, zu verändern: Studienreform

•  Studieninhalte, die aufgreifen, was uns beschäftigt. Die Verwirklichung der Menschenrechte: Wie beenden wir die Waffenlieferungen aus dem Hamburger Hafen?Wie stellen wir das Asylrecht wieder her?Wie den Sozialstaat ausbauen, ein BAföG für alle erstreiten?

Wir gestalten den öffentlichen Diskurs empathiefähig und aufgeklärt. Es braucht eine gemeinsame Bestimmung der Lehrplanung und Lehrinhalte anhand realer Forschungsbedarfe, die sich stetig weiterentwickelt werden!

  Unbegrenzte Prüfungsversuche und Prüfungsreduktion für Wissenschaftsfreiheit: Die Gesellschaft braucht nützliche Erkenntnisse und Taten. Das macht ein kritisches Studium erforderlich! Ein „pragmatischer“ Umgang mit dem Studiengang ist hingegen für die Berufsanpassung in einer menschenunwürdigen,  leistungsorientierten Wirtschaft da. 

Wir fordern: Seminarergebnisse der öffentlichen Diskussion zugänglich machen mit Filmen, Ausstellungen, Publikationen oder Diskussionsveranstaltungen.

  Antifaschistische Lesungen und Projektwoche zum 8.Mai als Tag der Befreiung: Wir wirken mit antifaschistischen Lesungen aus den verbrannten Büchern und einer fakultätsweiten Projektwoche zum 8. Mai als Tag der Befreiung dafür, dass die Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus, die im Grundgesetz und UN-Charta und den Menschenrechten gefasst sind, heute verwirklicht werden.

Wir kandidieren als Liste 2, Kritische Fachschaftsaktive zu den Wahlen mit:
Mena Winkler (Soziologie, SDS*, Zivilklausel, Die Linke);  Lars André Kaufmann (Politikwissenschaft, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, international solidarisch – Schluss mit Austerität, SPD);  Alexander Laufs (Soziologie, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, BAföG-für-Alle!);  Omar Abuanzeh (Politikwissenschaft, Referat für internationale Studierende);  Henri Weber (Soziologie);

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