Übersicht
Alle Publikationen
-
Zur Entscheidung: Human engagierte Sozialwissenschaften!
Liste 2: Programm zu den Wahlen zum Fakultätsrat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und zum Fachbereichsrat Sozialwissenschaften.
„Seit jener Zeit [dem dreißigjährigen Krieg] hat man unzählige Friedensschlüsse unterzeichnet, die – leider – dazu gedient haben, neue Kriege vorzubereiten, immer schrecklichere, immer todbringendere. Glauben Sie aber bitte nicht, dass ich so pessimistisch bin, um etwa nicht an einen wahrhaft echten und dauerhaften Frieden zu glauben. Im Gegenteil: Ich sehe diesen Frieden kommen, der es den Menschen ermöglichen wird, jene große Schlacht zu gewinnen, die allen ein harmonisch geregeltes Leben im Rahmen der Menschenwürde gewährleisten wird.“
Frans Masereel, aus einer Rede in Münster am 22. Juni 1963
Frieden, Überwindung der globalen sozialen Ungleichheit und demokratische Bestimmung der Vielen über den Fortgang der
Geschichte ist keine Frage von Naturentwicklung oder Wahrscheinlichkeiten, es ist eine politische Entscheidung. Es ist eine Entscheidung gegen das Prinzip der vernichtenden internationalen Konkurrenz, gegen den Profit einiger Weniger auf Kosten unermesslichen Leids von milliarden Menschen. Es ist die
Entscheidung der Unterdrückten, das Ruder zu übernehmen.In diesem Sinne wurde das Grundgesetz nach der Befreiung vom deutschen Faschismus 1945 ausgehend von dem Grundsatz
„Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ geschrieben.
Die Friedensfinalität, die unteilbaren Menschenrechte und der
demokratische Sozialstaat bilden die wesentlichen antifaschistischen Schlussfolgerungen. Heute, 81 Jahre später, ist die Verwirklichung der Schlussfolgerungen im Kontra zur revisionistischen Politik der Bundesregierung, Militarisierung und steigender sozialer Ungleichheit hoch aktuell.Die materiellen Voraussetzungen für diese echte Demokratie sind umfänglich erarbeitet: Niemand müsste an Hunger leiden, alle könnten teilhaben an Bildung, Gesundheitsversorgung und Kultur. Kaum etwas ist dagegen so schädlich wie die antihumane neoliberale Ideologie nach dem Dogma „Survival of the fittest“. Diese Ideologie und entsprechende politische Praxis gehören überwunden. Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, die Gestaltung der Gesellschaft durch die Vielen zum gemeinsamen Wohle ist menschliches Bedürfnis und historische Konsequenz des „Nie wieder“.
Die Friedenspolitik, Diplomatie, Abrüstung und internationale Kooperation zu stärken, für Umverteilung, soziale Gleichheit und mehr Demokratie zu wirken, sind unbedingte aufklärerische Aufträge der Sozialwissenschaften. Der Kampf für eine auskömmliche Finanzierung der Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen ist wesentlicher Bestandteil dieser Auseinandersetzung. Dafür wirken wir in den Gremien der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften:
Geld für die Uni und Soziales statt für Waffen
• Eine auskömmliche Finanzierung der Universität: Geld ist genug da. Es braucht die Erkenntnisse der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um gruppenübergreifend und öffentlich für eine sozial gerechte Bildungs- und Wissenschaftspolitik zu streiten. Dafür schließen wir an die gelungene Demo am 11.6.26 an!
• Soziale Studienbedingungen als Teil sozialer Verbesserungen für alle: Kritisches gesellschaftliches Eingreifen unter würdigen Lebensbedingungen braucht eine auskömmliche Studienfinanzierung durch ein „BAföG für Alle!“, mehr und günstigere Wohnheimplätze, Mensaessen und Mobilität. Das ist Teil der sozialen Kämpfe in der ganzen Gesellschaft. Im Kämpfen bilden und erstreiten wir unsere Würde.
• Der Pferdestall (AP1) schnellstmöglich vollständig renoviert als Ort der Sozialwissenschaften: Wir brauchen einen gemeinsamen Studienort mit Seminarräumen, studentischen Räumen, Büros und Bibliothek unter einem Dach, wo man sich begegnet, austauschen und streiten kann.
Friedenswissenschaft gegen rechts
• Die Internationale Kriminologie wieder einführen und finanzieren: Resozialisierung statt restriktiver Haftstrafen, Völkerverständigung statt Feindbildkonstruktion, Solidarität statt Kriminalisierung und die Überwindung der strukturellen Gewalt statt Sündenbockideologie, Hetze und Verrohung – für all das ist die Kriminologie unverzichtbar.
• Den Arbeitskreis Kriegsursachenforschung (AKUF) fortführen und ausbauen: Das Verstehen der Kriegsursachen mit dem Impetus Krieg und Gewalt grundsätzlich zu überwinden ist entscheidend, um die aktuellen Kriege zu beenden.
• Das Friedensforschungsinstitut (IFSH) auf zivile Konfliktlösung und Abrüstungsinitiativen reorientieren: Krieg ist nicht alternativlos, wenn die Friedenswissenschaften mit Diplomatie und Verständigung zivilisierend eingreifen und aufklären.
• Veranstaltungen zur Entwicklung einer Friedensorientierung in allen Studiengängen: Wir initiieren Veranstaltungen wie die Diskussion mit Gabriele Krone Schmalz „Mit Friedensjournalismus gegen “Kriegstüchtigkeit”. Wie kann Journalismus angesichts des Ukraine-Kriegs zur zivilen Entwicklung beitragen?“ (Videoaufnahme: https://youtu.be/biCv-f9iajI )
• (Wieder-)Auf- und Ausbau von studentischem Austausch und Wissenschaftskooperationen zur Völkerverständigung: Wissenschaftlicher Austausch, allen voran der Studierenden, mit Universitätsmitgliedern insbesondere in Russland, Ukraine, Palästina, Israel und dem globalen Süden ist relevant zur Verwirklichung der Menschenrechte statt Einbindung der Universitäten in Ausbeutung und Krieg.
Lernen, zu verändern: Studienreform
• Studieninhalte, die auf die Verwirklichung der Menschenrechte zielen und damit aufgreifen, was uns beschäftigt.Wie beenden wir die Waffenlieferungen aus dem Hamburger Hafen, stellen das Asylrecht wieder her, bauen den Sozialstaat aus, gestalten den öffentlichen Diskurs empathiefähig und aufgeklärt, erstreiten ein BAföG für alle? Es braucht eine gemeinsame Bestimmung der Lehrplanung und Lehrinhalte anhand realer Forschungsbedarfe.
• Forschendes Lernen im Projektstudium, wo wir Fragestellung und Forschung stetig und diskursiv (weiter-) entwickeln;
• Wissenschaftliche Arbeiten nicht für die Schublade, sondern Seminarergebnisse der öffentlichen Diskussion zugänglich machen mit Filmen, Ausstellungen, Publikationen oder Diskussionsveranstaltungen;
• unbegrenzte Prüfungsversuche und Prüfungsreduktion. Die Gesellschaft braucht nützliche Erkenntnisse und Taten und keine Noten und Prüfungen, die zur Anpassung an fremdgesetzte Maßstäbe und Bravheit drängen.
• Antifaschistische Lesungen und Projektwoche zum 8.Mai als Tag der Befreiung: Wir wirken mit antifaschistischen Lesungen aus den verbrannten Büchern und einer fakultätsweiten Projektwoche zum 8. Mai als Tag der Befreiung dafür, dass die Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus, die im Grundgesetz und UN-Charta und den Menschenrechten gefasst sind, heute verwirklicht werden.
Wir kandidieren als Liste 2, Kritische Fachschaftsaktive zu den Wahlen mit:
Mena Winkler (Soziologie, SDS*, Zivilklausel, Die Linke); Lars André Kaufmann (Politikwissenschaft, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, international solidarisch – Schluss mit Austerität, SPD); Alexander Laufs (Soziologie, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, BAföG-für-Alle!); Omar Abuanzeh (Politikwissenschaft, Referat für internationale Studierende); Henri Weber (Soziologie); -
Krieg dem Kriege! Emanzipation statt Entfremdung
Programm für die Wahlen zum Fachschaftsrat Sozialwissenschaften

„Paix! La terre en a marre de la guerre“,
1989 Graphikerkollektiv GrapusStillgestanden!
Augen geraade AUS!
Angetreten zum Apell für Freedom and Democracy!
Was soll das sein? Dieses Freedom and Democracy, dessen höchste Bürgertugend nun wieder „Befehl und Gehorsam“ ist? Was steht hinter diesen westlichen „Werten“, für die über eine Millionen Ukrainer, Russen und Nordkoreaner in der Ukraine sterben mussten, für die ein Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung begangen wird und für die nun alle jungen
Menschen in die Bundeswehr sollen? Wer redet vom Frieden, wenn er über den Krieg spricht?Es wird geheuchelt für die deutsche Rüstungsindustrie, das Zündpulver zur Verschärfung der internationalen Ausbeutung. Die Zustimmung der Bevölkerung wird dafür unbedingt benötigt. Daran aber verzweifelt das Militär: Kaum einer, den es direkt betrifft, spricht sich für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus – nur 14% der Jugendlichen sind dafür und nur 2% würden sich freiwillig melden (Trendstudie „Jugend in Deutschland“ 2025). Die zivile Entfaltung des Lebens wird als allemal sinnvoller bewertet.
Zurecht! “Befehl und Gehorsam” und Demokratie schließen sich aus, internationale Konflikte lassen sich nicht durch noch mehr soziale, ökonomische und militärische Konkurrenz, sondern durch Diplomatie, Kooperation und Abrüstung lösen und Freiheit bedeutet die solidarische Gestaltung der Gesellschaft durch alle entgegen dem Diktat frei tobender, profitgeiler Monopolherren.
Sinnvollerweise arbeiten Sozialwissenschaftler:innen und Studierende für den Frieden und sind entlarvende und perspektivbildende Partei. Die Menschheit hat die Mittel, den Hunger zu beenden: Wie übernehmen wir, die große Mehrheit der Bevölkerung, diesen Reichtum für die soziale Versorgung aller? Die Menschheit produziert so reichhaltig, dass jeder würdig an ihr teilhaben könnte: Wie erlangen wir die Gestaltungsmacht über die Produktion, damit das Allgemeinwohl der Zweck wird, statt Krieg und Profit? Die Menschheit hat tausende Jahre hilfreiches Wissen gebildet: Wie wird dessen Aneignung allen möglich? Wenn die große Mehrheit die humanistischen Kämpfe fortführt und das Elend überwindet, was ist dann erst möglich!
Es kommt auf die studentische Initiative an, dass sich diese Fragen gestellt werden, dass daraus Konsequenzen folgen und dass allen Kommiliton:innen eröffnet wird, sich in dieser Weise zu entfalten. Der Kampf für eine solidarische Studierendenkultur entgegen sozialer Not und Leistungsdruck ist dafür wesentlich. Der Fachschaftsrat ist in dieser Weise gesellschaftlich bedeutsamer Ort studentischer Interessenvertretung – er soll so gestaltet werden.
Zentrale Vorhaben für den kommenden FSR
Die Internationale Kriminologie wieder einführen und finanzieren:
Resozialisierung statt restriktiver Haftstrafen, Völkerverständigung statt Feindbildkonstruktion, Solidarität statt Kriminalisierung und die Überwindung der strukturellen Gewalt statt Sündenbockideologie, Hetze und Verrohung – für all das ist die Kriminologie unverzichtbar.Friedenswissenschaft ausbauen:
Es braucht heute die Ausweitung der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) und Reorientierung des IFSH auf Abrüstung und internationale Kooperation. Der Aufbau von Wissenschaftskooperationen, insbesondere mit den (wiederaufzubauenden) Universitäten Palästinas, hat große Relevanz für eine global friedliche Entwicklung.Lernen für eine egalitäre Gesellschaft – Kritisches Projektstudium statt Prüfungsdruck:
Prüfungen setzen die falschen Maßstäbe der Konformität und Konkurrenz für ein Studium – sie gehören reduziert und abgeschafft. Es muss stattdessen um forschendes Lernen gehen, um die tatsächliche Entwicklung gemeinsamer nützlicher Erkenntnisse in einer veränderungswürdigen Welt. Ein Projektstudium ermöglicht das Lernen mit realen Forschungsprojekten, deren Erkenntnisse von
öffentlichem Interesse sind. In der Orientierungswoche sollte u.a. die kritische Auseinandersetzung mit den
Leistungsmaßstäben von Beginn an ein Studium im
persönlichen Interesse ermöglichen.Geld für Uni und Soziales statt für Waffen:
Die massive Erhöhung der Grundfinanzierung der Universität ist dringend notwendig. So werden tatsächliche
Verbesserungen in Lehre, Forschung und Verwaltung und eine Wissenschaft zur Verwirklichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) umfangreich möglich. Ein gut und vollständig nutzbarer Pferdestall gehört dazu.BAföG für alle und FSR-Beratung:
Beim Kampf für ein kritisch gestaltendes Studium bildet die solidarische Verbesserung der individuellen sozialen Lage mit einer offenen Studien- und Sozialberatung des Fachschaftsrats eine Einheit mit dem Kampf für ein BAföG für Alle – als Vollzuschuss, unbefristet, alters-, eltern- und herkunftsunabhängig.T-Stube wieder erkämpfen:
Wesentlicher Bestandteil der studentischen politischen Kultur sind und waren die Fachschaftsräume und studentischen Cafés. In den Sozialwissenschaften sollte das
eigentlich die T-Stube sein – mit der Sanierung des Pferdestalls kommt es darauf an, dass die T-Stube und die Fachschaftsräume wieder kulturelles Zentrum des
Pferdestalls werden. Dafür muss der Fachschaftsrat kämpfen!Antifaschistische Kultur:
Mit Lesungen aus Literatur, die von deutschen Faschisten verbrannt wurden, und einer fakultätsweiten Projektwoche zum 8. Mai als Tag der Befreiung wirken wir dafür, uns Geschichte und Impetus der humanistischen Kämpfe und insbesondere der Arbeiterbewegung anzueignen, aus welcher u.a. die UN-Charta 1945 resultierte. Für die Verwirklichung einer Gesellschaft der Gleichen, produktiv im gemeinsamen vitalen Interesse, in der Gewalt und
Ausbeutung prinzipiell überwunden sind.—
„Ihr sollt nicht strammstehn. Ihr sollt nicht dienen!
Ihr sollt frei sein! Zeigt es ihnen!
Und wenn sie euch kommen und drohn mit Pistolen:
Geht nicht! Sie sollen euch erst mal holen!
Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!
Keine Monokel-Potentaten!
Keine Orden! Keine Spaliere!
Keine Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!
Euer das Land! Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!– Nie wieder Krieg –!“
Drei Minuten Gehör, Kurt Tucholsky, 1922
Studentische (Wahl)-Vollversammlung:
Mittwoch, den 12.11.25 um 16:00 Uhr, im Hörsaal Phil A
Urnenwahl im Pferdestall-Foyer (AP1),
am Donnerstag, den 13.11.25 um 12:00-16:00 Uhr
und am Freitag, den 14.11.25 um 12:00-16:00 Uhr
Wahlberechtigt sind Studierende von: BA und MA Soziologie, BA und MA Politikwissenschaft, Nebenfächer Soziologie und Politikwissenschaft und Unterrichtsfach Lehramt Sozialwissenschaften
Wir kandidieren als offene Liste – alle sind herzlich eingeladen mitzukandidieren, mitzumachen und mittwochs zu unseren regelmäßigen Treffen zu kommen!
-
Was tun gegen rechts? Opposition für sozialen Fortschritt und Frieden
«Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken
und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens»
(Antonio Gramsci, Gefängnishefte, H. 28, § 11, 2232)Kein Elend ist hinzunehmen, sondern sofort infrage zu
stellen um die Ursachen zu erkennen und zu überwinden. Das ist der humane Sinn der Sozialwissenschaften. Spätestens mit der Befreiung vom Faschismus 1945 ist klar und als Anspruch gefasst: Alle Menschen sind gleich; Krieg überwinden wir mit Gewaltlosigkeit und Verständigung; Soziale Verbesserungen schaffen wir gemeinsam und für alle; es darf keine Profitdürstenden Konzerne mehr geben, die kollektive Arbeit soll dem Menschenwohl dienen. Diese Ansprüche sind gegen die Verteidiger des gestrigen, der kapitalistischen Ausbeutungsgesellschaft zu verwirklichen, die nicht zuletzt dreist lügen, um den Status Quo und das „Recht des Stärkeren“ alternativlos erscheinen zu lassen. Glauben muss den düsteren Märchen keiner, denn es gibt eine Welt und die Menschheit zu gewinnen.Die Sozialwissenschaften haben dafür durch Aufklärungsarbeit Bedeutung: Das persönliche Wohlergehen bildet eine Einheit mit dem Wohlergehen aller Menschen. Soziale Gleichheit ist eine internationale Frage, die gegen ihre Feinde hier im „Westen“ ausgefochten wird – nicht zuletzt das Grundrecht auf Asyl ist eine bedeutsame Errungenschaft in diesem Sinne. Die Ablehnung jeglicher Form der Gewalt und Rüstung ergibt sich daraus, denn schon die Drohgebärde richtet Schaden an und ist Gift für die
Mentalitäten. Ernst zu nehmen ist: Jeder Mensch ist Subjekt und kann mit anderen gemeinsam wesentlich zur humanen Gestaltung der Weltgemeinschaft beitragen.Es geht darum, tatsächlich lebenswerte Verhältnisse zu schaffen und Konkurrenz und Inegalität zu überwinden. Das beginnt mit einer Soziologie, die für soziale Gleichheit streitet statt den Status Quo zu kommentieren; mit einer Politikwissenschaft, die für die unbedingte Zivilisierung aller Konflikte durch die Bevölkerung als wesentliches Subjekt politischer Veränderung gegen „Zeitenwende“, „Staatsraison“ und co. wirkt; mit einer Kriminologie, die für ein aufgeklärtes Menschenbild gegen jede Naturalisierung und Individualisierung von Gewalt und damit legitimierte Repression eintritt; und mit einer Journalistik- und Kommunikationswissenschaften, die für empathiefähigen Friedensjournalismus gegen Kriegspropaganda und Desinformation aufklärt.
Die Wissenschaften gestalten wir mit engagierten Eingreifen in den demokratisch gewählten Selbstverwaltungsgremien der Universität – so auch im Fakultäts- und Fachbereichsrat. Wir laden alle ein zum Mitmachen!
Friedenswissenschaft gegen Rechts
Die Internationale Kriminologie wieder einführen und
finanzieren: Resozialisierung statt restriktiver Haftstrafen, Völkerverständigung statt Feindbildkonstruktion,
Solidarität statt Kriminalisierung und die Überwindung der
strukturellen Gewalt statt Sündenbockideologie, Hetze und
Verrohung – für all das ist die Kriminologie unverzichtbar.Den Arbeitskreis Kriegsursachenforschung (AKUF) fortführen und ausbauen: Das Verstehen der Kriegsursachen mit dem Impetus Krieg und Gewalt grundsätzlich zu überwinden ist entscheidend, um die aktuellen Kriege zu beenden.
Das Friedensforschungsinstitut (IFSH) auf zivile Konfliktlösung und Abrüstungsinitiativen reorientieren: Krieg ist nicht alternativlos, wenn die Friedenswissenschaften mit Diplomatie und Verständigung zivilisierend eingreifen und aufklären.
Veranstaltungen zur Entwicklung einer Friedensorientierung in allen Studiengängen: Wir initiieren Veranstaltungen wie die Diskussion mit Gabriele Krone-Schmalz „Mit Friedensjournalismus gegen “Kriegstüchtigkeit”. Wie kann Journalismus angesichts des Ukraine-Kriegs zur zivilen
Entwicklung beitragen?“
(Videoaufnahme: https://youtu.be/biCv-f9iajI )(Wieder-)Auf- und Ausbau von studentischem Austausch und Wissenschaftskooperationen zur Völkerverständigung: Wissenschaftlicher Austausch, allen voran der
Studierenden, mit Universitätsmitgliedern insbesondere in Russland, Ukraine, Palästina, Israel und dem globalen
Süden ist relevant zur Verwirklichung der Menschenrechte statt Einbindung der Universitäten in Ausbeutung und
Krieg.Geld für Uni und Soziales statt für Waffen
Eine auskömmliche Finanzierung der Universität und des ganzen Bildungs-, Kultur-, Sozial- und Gesundheitsbereichs: Geld ist genug da. Entscheidend ist, dass wir mit den sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen initiativ sind um die Schuldenbremsen- und Rüstungspolitik zu beenden zugunsten des Sozialstaats. Dafür
wirken wir auch in der Kampagne „International solidarisch – Schluss mit Austerität!“.Soziale Studienbedingungen als Teil sozialer Verbesserungen für alle: Kritisches gesellschaftliches Eingreifen unter würdigen Lebensbedingungen braucht eine auskömmliche Studienfinanzierung („BAföG für Alle!“-Kampagne), mehr und günstigere Wohnheimplätze, Mensaessen und
Mobilität bezahlbar und ohne Digitalzwang. Das ist Teil der sozialen Kämpfe in allen gesellschaftlichen Bereichen. Im Kämpfen bilden und erstreiten wir unsere Würde.Der Pferdestall (AP1) schnellstmöglich wieder als Ort der Sozialwissenschaften: Wir brauchen einen gemeinsamen Studienortmit Seminarräumen, studentischen Räumen, Büros und Bibliothek unter einem Dach, wo man sich
begegnet. Streitbare Kontroverse und belebter Austausch auch zwischen den Seminaren unter Studierenden und
Lehrenden ist förderlich für wissenschaftliche Erkenntnisbildung und eine gute Fachkultur.Lernen für egalitäre Verhältnisse: Studienreform
Studieninhalte, die auf die Verwirklichung der Menschenrechte zielen und damit aufgreifen, was uns beschäftigt. Wie beenden wir die Waffenlieferungen aus dem Hamburger Hafen, stellen das Asylrecht wieder her, bauen den
Sozialstaat aus, gestalten den öffentlichen Diskurs
empathiefähig und aufgeklärt, erstreiten ein BAföG für alle? Es braucht eine gemeinsame Bestimmung der
Lehrplanung und Lehrinhalte anhand realer Forschungsbedarfe, um diese Fortschritte hervorzubringen.Forschendes Lernen im Projektstudium, wo wir Fragestellung und Forschung stetig und diskursiv (weiter-)entwickeln;
Wissenschaftliche Arbeiten nicht für die Schublade,
sondern Seminarergebnisse der öffentlichen Diskussion
zugänglich machen mit Filmen, Ausstellungen, Publikationen oder Diskussionsveranstaltungen;unbegrenzte Prüfungsversuche und Prüfungsreduktion.
Denn die Beendigung sozialer Ungleichheit, eine humanistische statt reaktionäre Gesellschaftsentwicklung, die
Entscheidungsfrage Frieden statt Krieg betrifft uns alle und unsere Positionen, Gedanken und Ideen sind entscheidend.Antifaschistische Lesungen und Projektwoche zum 8.Mai als Tag der Befreiung: Mit den bereits etablierten antifaschistischen Lesungen aus den verbrannten Büchern und der fakultätsweiten Projektwoche zum 8. Mai als Tag der
Befreiung wirken wir dafür, dass die Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus, die im Grundgesetz und UN-Charta und den Menschenrechten gefasst sind, heute verwirklicht werden. Denn eine aufgeklärte freudvoll streitbare Kultur am Fachbereich ist entscheidend.Die Wahlen für den Fakultätsrat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Fachbereichsrat Sozialwissenschaften laufen noch bis Montag, den 07.07.2024, 14.00 Uhr. Ihr könnt per Brief wählen oder (bei Verlust der Wahlunterlagen) persönlich im Wahlamt im Mittelweg 177.
Wir kandidieren als Liste 1, Kritische Fachschaftsaktive zu den Wahlen mit:
Mena Winkler (Soz., SDS*, Zivilklausel, Die Linke); Lars André Kaufmann (Powi, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, international solidarisch – Schluss mit Austerität); Henri Weber (Soziologie); Alexander Laufs (Soz., junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, BAföG-für-Alle!); Elena Al-Taie (Soz., Die Linke , BAföG-für-Alle!) -

Mit Friedensjournalismus gegen “Kriegstüchtigkeit”
Wie kann Journalismus angesichts des Ukraine-Kriegs zur zivilen Entwicklung beitragen?
Einladung zu Vortrag und Diskussion mit der ehemaligen ARD-Moskaukorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz
Donnerstag, 16. Januar | 18 Uhr | Hörsaal, Von-Melle-Park 9
Die Geschichte hat gezeigt: Um Kriege führen zu können, braucht es eine entsprechende Medienberichterstattung, die gesellschaftliche Feind-Freund-Narrative, verkürzte und revisionistische Geschichts-Darstellung oder gar propagandistische Lügen reproduziert und schürt. Doch aus der Geschichte soll gelernt sein!
„Laut der Umfrage haben 63 Prozent der Deutschen wenig oder gar kein Vertrauen in die Ukraine-Berichterstattung deutscher Medien. Von diesem Teil der Nutzer empfindet fast jeder Dritte die Berichterstattung als einseitig und 18 Prozent gehen gar von einer bewussten Fehlinformation durch die Medien aus. […] 14 Prozent aller Befragten meinen, dass ihr Vertrauen in die Medien durch die Berichterstattung über die Ukraine-Krise gesunken sei. Insgesamt ist das Vertrauen in die Medien so schlecht wie lange nicht mehr.“ (ZAPP Studie, 17.12.24)
Die vornehmlich glatte Medienberichterstattung über den Krieg wird – im Dunstkreis von Zeitenwendepolitik und Staatsraison stehend – alles andere als reibungslos aufgenommen. Zu Recht wird u.a. die stetig wiederholte Proklamation der sogenannten “Stunde Null” (dem Angriff Russlands auf die Ukraine) und die damit einhergehende Auslassung der Vorgeschichte des Kriegs mit Misstrauen beantwortet. Das Misstrauen ist richtig; doch wie kam es zu dieser Medienberichterstattung und was lässt sich stattdessen positiv entwickeln?
Ein Verständnis hinter den Triebkräften des Kriegs gestattet es, gegen die Emotionalisierung des Konflikts vorzugehen, seine Ursachen und Profiteure zu entschleiern und Voraussetzungen für den Frieden zu bestimmen. Die Aufklärung für den Frieden und für eine nach humanen Maßstäben gestaltete Gesellschaft hat besondere Bedeutung für die persönliche Wirksamkeit aller. So können wir als große Mehrheit gegen die seit 1989 zugespitzte internationale Konkurrenz mit einer neuen Tendenz der Entspannungspolitik, Völkerverständigung und des Interessenausgleichs beginnen.
Die langjährige Journalistin und ehemalige ARD-Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz hebt mit ihrer Arbeit die Bedeutung des aufklärenden und friedensstiftenden Journalismus hervor. Aus persönlich gewachsener Erfahrung und Expertise klärt sie über den Russland-Ukraine-Konflikt auf und kritisiert vor diesem Hintergrund die aktuelle Berichterstattung, welche mit der fortdauernden Eskalation nunmehr auch der Militarisierung und weiteren NATO-Einbindung Deutschlands dient.
Entgegen schwarz-weißen Darstellungen der verschiedenen Seiten, braucht es einen Journalismus, der interveniert und mit kognitiver Distanz zu einem kritischen Verständnis der Ursachen hinter Kriegen beiträgt. Russland, seine Bevölkerung, Kultur und Geschichte zu verstehen, sowie alle involvierten Parteien, ist in diesem Sinne kein Hindernis – ganz im Gegenteil, es ist die Voraussetzung für eine reale Friedensperspektive!
In diesem Sinne laden wir alle herzlich zum Vortrag von Gabriele Krone-Schmalz mit anschließender Diskussion ein!
Insbesondere interessieren uns dabei folgende Fragen:
- Wie hat sich die Debattenkultur und Medienberichterstattung verändert?
- Befördert die gegenwärtige Medienberichterstattung den Fortgang des Kriegs?
- Auf welche historisch errungenen Maßstäbe lässt sich heute zurückgreifen für einen verantwortlichen Qualitätsjournalismus? Wie sind diese Maßstäbe angesichts des Russland-Ukraine Kriegs aktualisiert zur Geltung zu bringen?
Jede:r ist herzlich eingeladen mitzudiskutieren!
