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  • Nie wieder Krieg! Emanzipation statt Entfremdung

    Nie wieder Krieg! Emanzipation statt Entfremdung

    Programm für die Wahlen zum Fachschaftsrat Sozialwissenschaften – Liste: Kritische Fachschaftsaktive Sozialwissenschaften [Download]

    “Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?”

    Lob der Dialektik, Bertolt Brecht 1934

    Wir brauchen eine friedliche und soziale Wende statt Armut und Krieg. Dafür sind wir hier als Studierende der Sozialwissenschaften von Bedeutung. Der Fachschaftsrat soll wieder zum dem Ort werden, an dem wir das Studium und die Ausrichtung der Wissenschaft von unten kritisch verändern.

    Vorbilder lassen sich in der Geschichte unseres Fachschaftsrats finden. So wurde im SoSe `69 durch den Fachschaftsrat Soz/Pol (heute Sozialwissenschaften) eine Alternative zu elitärer Kultur, rechtskonservativen Profs, hochschwebendem Theorie-Wirrwarr und der Wiederbewaffnung der „alten“ deutschen Gesellschaft geschaffen: Selbstqualifikation der Studierendenschaft zur kritischen Positionsbildung für eine soziale und friedliche Transformation der Gesellschaft wurde in den Fokus der Lehre insgesamt gerückt, sie dienten somit kollektiven Erkenntnisgewinn. Die Proteste für Frieden und soziale Progression waren Teil der 68er-Bewegung in Hamburg. Sie verursachten einen Kulturwandel in der BRD zu dem sich, sage und schreibe, auch die Entspannungspolitik und die Einführung des BAföG zählen lassen (damals für >40% der Studierenden). Zeit, an diese Geschichte anzuknüpfen!

    Die strukturellen Konkurrenzgebote im Alltag, auch hier am Campus, stehen dabei im direkten Kontra zu Entfaltung der persönlichen Bedeutung und dem kritischen Studieren. Denn Ellenbogenkultur, Angst vor Fehlern und steigende Armut (77% der Studierenden leben unterhalb der Armutsgrenze) fördern Vereinzelung und mentale Belastung und schränken kritische Reflektion und gemeinsames Engagement ein. Das ist politisch gewollt und sozial hergestellt, um die Mehrheit der Bevölkerung als billige und konforme Arbeitskräfte im Dienst der Profite einiger Weniger zu halten. Die Überwindung dieser Entwicklungsblockade für ein würdiges Leben der großen Mehrheit der Menschen liegt in unserer Hand. Vernunft, Solidarität und Geschichtsbewusstsein schaffen begründete Zuversicht. Das ist Ausgangspunkt für die Emanzipation der Vielen. Der von uns erarbeitete Reichtum kann auch wieder in Bildung, Kultur und Soziales gehen, anstatt in den Rüstungsaufbau und die Geldbeutel einiger Weniger.

    Dafür braucht es auch eine Studienreform zum Abbau von Prüfungen und eine Lehre, in der als Teil des Forschungsbetriebs gearbeitet wird, anstatt für die nächstbeste Schublade.  U.a.  wurde bis in die 2000er in Seminaren eine jährliche qualitative Konfliktanalyse über die aktuellen Kriege und ihre Ursachen erarbeitet und vom Arbeitskreis Kriegsursachenforschung (AKUF) veröffentlicht. Das braucht es wieder!

    Gerade die letzten Jahre machen vor allem eins deutlich: Die Gesellschaft muss menschlicher werden. Eine friedensbewegte und sozial-kritische Initiative aus den Sozialwissenschaften sollte Teil dieser erfreulichen gesellschaftlichen Gestaltung werden. Alle sind eingeladen und aufgerufen, dabei mitzumachen!

    Plakat »Nie wieder Krieg«, 1924 Käthe Kollwitz

    Forderungen und Aktivitäten

    Wir wollen, dass unser Fachbereich wieder ein Ort des belebten politischen Austauschs und Wirkens für Verbesserungen wird; wir wollen, dass der Fachschaftsrat das einladende organisierende Zentrum dafür wird, wo wir mit allen Kommiliton:innen zusammenkommen und unsere Verbesserungsanliegen diskutieren und verwirklichen.

    BAföG für Alle und soziale Verbesserungen

    Als Teil der Kampagne „BAföG für Alle!“ kämpfen wir für eine bedarfsdeckende, elternunabhängige, herkunftsunabhängige, unbefristete und rückzahlungsfreie Studienförderung. Kritisches gesellschaftliches Eingreifen unter würdigen Lebensbedingungen sollte ermöglicht werden. Dafür braucht es mehr und günstigere Wohnheimplätze und auch Mensaessen und Mobilität muss bezahlbar und ohne Digitalzwang sein. Das ist Teil der sozialen Kämpfe in allen gesellschaftlichen Bereichen. Im Kämpfen bilden und erstreiten wir unsere Würde.

    Ausbau der Friedenswissenschaften

    Wir wollen die Kriegsursachen verstehen, um sie zu überwinden und die Kriege in Nahost, der Ukraine und überall zu beenden.  Es braucht den Wiederausbau der OSZE-Forschung für ein kooperatives Zusammenleben in ganz Europa. Das ist – wie in den 80ern zur Beendigung des kalten Kriegs – gelebte wissenschaftliche Diplomatie. Der Auf- und Ausbau von rein zivilen Kooperationen mit Universitäten und Studierenden in Palästina und Israel ist Friedensbildung der Bevölkerung und notwendig zur Beendigung der völkerrechtswidrigen Besatzung. Dazu wollen wir in Seminaren arbeiten und den Arbeitskreis Kriegsursachenforschung (AKUF) stärken. 

    Gedenklesungen als antifaschistischer Widerstand

    Eine aufgeklärte freudvoll streitbare Kultur am Fachbereich ist entscheidend für engagiertes Wirken gegen rechte Kräfte. Dafür machen wir jährliche Gedenklesungen aus den von den deutschen Faschisten verbrannten Büchern mit Lehrenden, Verwaltungspersonal und Studierenden. Die Literatur, die damals den Faschisten gefährlich war, ist heute Grundlage für ein Nie wieder! und damit für soziale und friedliche Veränderung von Gegenwart und Zukunft.

    Wiedereinführung der Internationalen Kriminologie

    Resozialisierung statt restriktiver Haftstrafen, Völkerverständigung statt Feindbildkonstruktion, Solidarität statt Kriminalisierung und die Überwindung der strukturellen Gewalt statt Sündenbockideologie, Hetze und Verrohung – für all das ist die Wiedereinführung des interdisziplinären Studiengangs Internationale Kriminologie an der Uni Hamburg unverzichtbar. Dafür braucht es eine langfristige finanzielle Perspektive für die Internationale Kriminologie und eine bedarfsdeckende Finanzierung der gesamten Universität. Hierfür können wir aus der Geschichte der Hamburger Kriminologie schöpfen und auch daraus, wie sie erkämpft wurde.

    Studienreform: Reduzierung von Prüfungen und Benotung, Einführung des Projektstudiums

    Die Sozialwissenschaften sind neu gefordert die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern stetig zu verbessern und dafür aktiv einzugreifen. Die soziale Ungleichheit, die Entscheidungsfrage Frieden statt Krieg betrifft uns alle und unsere Positionen, Gedanken und Ideen sind entscheidend. Ein Projektstudium ist entsprechendes forschendes Lernen, wo wir Fragestellung und Forschung gemeinsam entwickeln und die Ergebnisse der öffentlichen Diskussion zugänglich machen mit Filmen, Ausstellungen oder Publikationen. Die Orientierung an Prüfungen, Benotung und Regelstudienzeit sind demgegenüber organisierte Depression und Entfremdung. Wir wollen das Studium an unserem gemeinsamen Interesse ausrichten!

    Orientierungseinheiten kritisch gestalten

    Die Orientierungseinheiten sind in den 80er Jahren von Studierenden erwirkt, um die Universität als gestaltbaren Ort, die soziale Lage als gemeinsame und die Wissenschaften als politische Gestaltungskraft verstehbar zu machen. Dafür wollen wir uns in der OE die historische Gewordenheit der Uni erarbeiten (historischer Campusrundgang), ihre sozial umkämpfte Gegenwart (BAföG und Ausfinanzierung der Uni, kritische Studieninhalte) und einander als Mitstreiter kennenlernen. Schon ab der OE haben wir Bedeutung, dafür zu wirken, dass wir alle gut wohnen und studieren können und das Studium ein erfreuliches ist.

    Renovierung des Pferdestalls – für eine ausfinanzierte Uni

    Streitbare Kontroverse und belebter Austausch auch zwischen den Seminaren unter Studierenden und Lehrenden ist förderlich für wissenschaftliche Erkenntnisbildung und eine gute Fachkultur. Der Pferdestall (AP1) sollte daher schnellstmöglich wieder Ort der Sozialwissenschaften werden mit Seminarräumen, studentischen Räumen, Büros und Bibliothek unter einem Dach. Dafür braucht es eine Ausfinanzierung der Universität statt Schuldenbremse und Rüstungshaushalt.

    Wahlberechtigt sind Studierende von: BA und MA Soziologie, BA und MA Politikwissenschaft, Nebenfächer Soziologie und Politikwissenschaft und Unterrichtsfach Lehramt Sozialwissenschaften

    Wir kandidieren als offene Liste – alle sind herzlich eingeladen mitzukandidieren, mitzumachen und mittwochs zu unseren regelmäßigen Treffen dazu zu kommen!

  • Vom Krieg zur gemeinsamen Befreiung – ein israelisch-palästinensischer Dialog

    Vom Krieg zur gemeinsamen Befreiung – ein israelisch-palästinensischer Dialog

    Ein Veranstaltung mit Rotem Levin und Osama Iliwat von der Bewegung „Combatants for Peace“

    Montag, den 1. Juli um 18 Uhr im Anna-Siemsen-Hörsaal, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Uni Hamburg

    Eine Veranstaltung vom Referat für internationale Studierende der Uni Hamburg (RiS) zusammen mit den Kritischen Fachschaftsaktiven Sozialwissenschaften und weiteren.

    Für Frieden in Israel und Palästina ist zuallererst ein dauerhafter ein Waffenstillstand notwendig. Dafür müssen nahezu alle Gesellschaften geändert werden. Der über 75 Jahre währende Konflikt kann nur dann nicht immer wieder schrecklich eskalieren, wenn die internationale Gemeinschaft – der Menschen und der Staaten – mit ehrlicher Anteilnahme und humanistischer Rationalität Frieden unbedingt herbeiführen will. Grundlegende Veränderung ist dafür hier ebenso nötig wie dort.

    Unsere Gäste, Rotem Levin und Osama Iliwat, sind Mitglieder der Organisation „Combatants for Peace“. Das ist eine Bewegung von Israelis und Palästinenser:innen, die 2006 von ehemaligen Kämpfer:innen beider Seiten ins Leben gerufen wurde. Sie setzen sich durch gewaltlosen Widerstand, kreativen Aktivismus, mit Bildung und mit Dialog für die Beendigung der Besatzung sowie für Frieden, Gleichheit und Freiheit ein.

    Dieses persönliche Engagement ist eine Herausforderung des Unterdrückungssystems und treibt den Aufbau einer friedlichen und befreiten Gesellschaft vom Grunde her voran: Die Menschen schaffen ihre Verhältnisse selbst.

    Die „Combatants for Peace“ sind ein lebendiges Beispiel dafür, dass eine andere Realität in Palästina/Israel möglich ist. In der Veranstaltung werden sie von dem Weg der Veränderung berichten, den sie gegangen sind, um die Realität zu verändern. Sie werden über Menschlichkeit in Zeiten von Entmenschlichung und Krieg sprechen und über ihre Hoffnung und den Mut, diese Hoffnung zu verallgemeinern.

    Wir wollen insbesondere diskutieren, welche Folgerungen wir für unser Friedensengagement hier daraus ziehen. Alle sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen.

    Die Vorträge sind auf Englisch. Fragen können auf Deutsch gestellt und übersetzt werden.

  • Ohne Frieden ist alles nichts

    Ohne Frieden ist alles nichts

    Programm zu den Wahlen zum Fakultätsrat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und zum Fachbereichsrat Sozialwissenschaften.
    Liste 2: Kritische Fachschaftsaktive Sozialwissenschaften

    „Die Rohheit kommt nicht von der Rohheit, sondern von den Geschäften,
    die ohne sie nicht mehr gemacht werden können.“

    Bertolt Brecht, Paris 1935.

    Die Konkurrenz als ideologische Richtschnur unserer Gesellschaft ist die Basis, auf der einige wenige Menschen aus der Arbeit der Bevölkerung Profit schlagen können. Mit der Steigerung der Konkurrenz bis hin zum Krieg lassen sie ihre Gewinne explodieren. Zur Alternative sind zugleich alle Menschen in der Lage: Zur bewussten solidarischen Gestaltung einer humanen Zivilisationsentwicklung.

    Das ist die Aufgabe der Sozialwissenschaften und aller Mitglieder unseres Fachbereichs. Wir können die Dekadenz unserer aktuellen gesellschaftlichen Epoche und die Möglichkeit ihre Überwindung hin zu humaneren Verhältnissen verstehen und verwirklichen. Die Fachperspektiven haben hierfür spezifische Bedeutung.

    Nach dem Maßstab der Gleichheit der Menschen muss sich die Soziologie angesichts der steigenden sozialen Ungleichheit fragen: Wie kommen die 99% der Bevölkerung, die unter der sozialen Ungleichheit leiden und gleichzeitig den gesamten gesellschaftlichen Reichtum schaffen, dazu, die soziale Gleichheit zu erkämpfen? Ein Beitrag der Soziologie ist es, jegliche soziale Vorrangideologie bloßzustellen. Wenn Sündenbockideologien, Nationalismus, Eigenverantwortung, Aufstiegsorientierung, Wohlstandschauvinismus usw. kritisch infrage gestellt werden und anstelle dessen Kooperation und gemeinsame, humane Gestaltungsambition tritt, dann schwindet auch der Respekt vor jenen Instanzen (Familie, Staatsraison, Kirche und high society), die die Ungleichheit absichern sollen.

    Der Impetus der Hamburger Kriminologie ist: Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, welches durch das gemeinsame, intellektuelle Erkennen seiner Lage und Umwelt mit dem Ziel, sie menschenwürdig zu gestalten, erst seine Handlungsfähigkeit entfaltet. Diese Orientierung bedarf der Verallgemeinerung, denn zurzeit wird der Mensch primitiver als so manches Säugetier dargestellt, um eine zunehmend restriktive Politik mit staatlichen Repressionen und polizeilich durchgeführter Demütigung nach innen und Aufrüstung und atomarer Abschreckung nach außen durchzusetzen. Die Individualisierung und Naturalisierung von Gewalttätigkeit durch ein im Kern sozialdarwinistisches Menschenbild (die Grundlage rechter Ideologie) verschleiert, dass die Gewalt aus der Konkurrenz kommt und staatlich organisiert ist. Dagegen gelingt eine Resozialisierung von Menschen und der Menschheit nur, wenn das Ziel der menschenwürdigen Gestaltung der Gesellschaft zur ersten Priorität und gemeinsamen Angelegenheit gemacht wird.

    Das verschafft den Politikwissenschaftler:innen den Auftrag, die Bevölkerung (inklusive sich selbst) als Subjekt ernster zu nehmen. Die Grundlage der politischen Wissenschaft sollte bilden, dass in der Geschichte alle Fortschritte in der humanen Gestaltung der Gesellschaften damit einhergingen, menschenunwürdigen Befehlen keinen Gehorsam mehr zu leisten und damit selbst bestimmender Faktor der Geschichte zu werden. Die Schlussfolgerungen für die Politikwissenschaft heute sollten also sein: Die verantwortlichen Akteure, ihre Wege und Strukturen zur Herstellung der Ungleichheit aufdecken, die bisherigen Errungenschaften zivilisierender Initiativen von Bewegungen, Gewerkschaften, Parteien und weiteren Akteuren bilanzieren und selbst zivilisierende Wege für eine neue globale Friedensordnung zur Verwirklichung von UN-Menschenrechten und Völkerrecht aufweisen.

    “Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer” (Goya,1799)

    Die verantwortungsvolle Gestaltung der Aufklärungsarbeit, allen Menschen die Möglichkeit zu verschaffen, sich durch die Einsicht in die eigene Lage und ihre Veränderbarkeit eine eigene Auffassung zu bilden, ist Aufgabe des Journalismus im Sinne der Demokratisierung und Zivilisierung. Die Medien sind relevanter Bestandteil der kollektiven Bewusstseinsbildung. Durch ihre Marketingorientierung zur Herstellung einer passiven Konsumpraxis legen Sie eine notwendige Voraussetzung, um mit Militärbegeisterung die Gesellschaft kriegstüchtig zu machen. Die Aufgabe der Journalistik- und Kommunikationswissenschaften besteht in der scharfen Medienkritik und der Stärkung des Friedensjournalismus als journalistische Praxis mit dem Ziel, zu Frieden zu kommen, Wahrhaftigkeit anzustreben, empathisch zu berichten, also den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und lösungsorientiert, also für Verständigungsbereitschaft und Konfliktlösung zu berichten.

    Aus unserer Geschichte können wir beispielgebend lernen: Durch die 1968er Studierendenbewegung wurden nicht nur bessere Studienbedingung, ein BAföG für knapp die Hälfte der Studierenden als Vollzuschuss und eine sozialkritische Wissenschaft und Lehre erkämpft, sondern auch eine Friedensorientierung der Wissenschaften durchgesetzt, infolge derer die deutschen Friedenforschungsinstitute gegründet wurden, unter anderem das IFSH in Hamburg. Auch die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) in der Politikwissenschaft ist mit dem Ziel, dazu beizutragen, „die Menschheit von der Geißel des Kriegs zu befreien“, Teil dieser Friedensorientierung. Was `68 von unseren Kommiliton:innen errungen worden ist und seit den 90er Jahren schrittweise revidiert wurde stellt sich heute als notwendiger denn je zuvor heraus. Zeit für eine Friedensorientierte Sozialwissenschaft und eine zivile Zeitenwende zu kämpfen!

    Mit dieser Programmatik wirken wir in der Fakultät und in den Gremien u.A. für:

    • Für den Ausbau der Friedenswissenschaft, insb. des AKUF und einer Reorientierung des IFSH auf zivile Konfliktlösung und Abrüstungsinitiativen. Zur Verständigung und für einen Friedensprozess müssen global zivile Wissenschaftskooperationen aufgenommen und vertieft werden, insbesondere mit russischen Universitäten und den palästinensischen Wissenschaftlern. Wir wirken für einen Dies Academicus zum Tag der Menschenrechte und wollen in Veranstaltungen u.A. zum Friedensjournalismus in Kriegszeiten diskutieren.
    • Mit der Studie zur sozialen Lage der Studierenden haben wir zum Anstoß der Sozialkampagne an der Uni beigetragen, nun beteiligen wir uns an der Kampagne für ein BAföG für alle, um allen Bildung unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen.
    • Wir wirken mit antifaschistischen Lesungen und einer Projektwoche zum 8. Mai als Tag der Befreiung dafür, dass die Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus, die in Grundgesetz, UN-Charta und den Menschenrechten gefasst sind, heute verwirklicht werden.
    • Der Studiengang Internationale Kriminologie muss wieder eingeführt und ausfinanziert werden.
    • In der Studienreform setzen wir uns für einen Abbau von Prüfungen und Leistungsdruck, für unbegrenzte Prüfungsversuche und Projektseminare statt vieler Hausarbeiten für die Schublade ein. Wir führen die Diskussion für eine sinnvolle und gemeinsame Planung der zukünftigen Lehre am Fachbereich.
    • Zu Beginn des Studiums braucht es eine kritische Orientierungseinheit, in der wir unsere Rolle als Studierende in dieser Zeit bestimmen.
    • Wir brauchen den Pferdestall zurück! Es braucht eine Ausfinanzierung der Universität und der sorgfältigen Instandsetzung ihrer Gebäude. Dafür und für eine sinnvolle Gestaltung unseres Gebäudes wirken wir in den Gremien.

    Wir kandidieren als Liste 2, Kritische Fachschaftsaktive, zu den Wahlen mit:
    Mena Winkler (Soz., SDS*, Zivilklausel); Lars André Kaufmann (Powi, junge sozialist:innen und Fachschaftsaktive, BAföG-für-Alle Kampagne); Eva Gaßen (Soziologie, IFSH-Kuratorium); Henri Weber (Soziologie); Alexander Laufs (Soziologie, junge sozialist:innen und Fachschaftsaktive, BAföG-für-Alle Kamp.); Elena Al-Taie (Soziologie, BAföG-für-Alle Kamp.); Chirin Saghir (UHH hilft, MA. Soziologie);

    Infos zum Fakultätsrat und zu den Wahlen
    Der Fakultätsrat ist das höchste, demokratisch gewählte Selbstverwaltungsgremium der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Durch ihn treffen die Mitglieder der Fakultät (Lehrende, Studierende, Verwaltungspersonal) wichtige Richtungsentscheidungen über die Struktur und Entwicklung von Studium, Lehre und Forschung. Insgesamt werden 19 Fakultätsratsmitglieder (mit jeweils einer Stellvertretung) gewählt: 10 Professor:innen, 3 Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, 3 Mitglieder des Technischen und Verwaltungspersonals und 3 Studierende. Die Fakultätsratssitzungen finden hochschulöffentlich statt, d.h. alle Mitglieder der Fakultät sind eingeladen, an den Sitzungen teilzunehmen und mitzugestalten.

    Die Wahlen für den Fakultätsrat laufen noch bis Montag, den 08.07.2024, 14.00 Uhr. Ihr könnt per Brief wählen oder (bei Verlust der Wahlunterlagen) persönlich im Wahlamt im Mittelweg 177.

  • BAföG für Alle – statt Profite für wenige!

    BAföG für Alle – statt Profite für wenige!

    Aufruf zur Hochschulübergreifenden Demonstration im Rahmen des Bundesweiten Aktionstag am Freitag – 28.Juni. 2024

    Am 28. Juni 2024 um 16 Uhr demonstrieren wir in Hamburg im Rahmen des bundesweiten Aktionstages hochschulübergreifend für „BAföG für Alle – statt Profite für wenige!“ und laden alle Studierenden der Hamburger und der norddeutschen Hochschulen ein, sich anzuschließen!

    Die Demonstration startet an zwei Orten (Dammtor für Studierende der UHH, TU und HfMT und der norddeutschen Unis; Berliner Tor für Studierende der HAW, HCU und HfbK) – ab Hauptbahnhof demonstrieren wir dann zusammen weiter bis zum Rathausmarkt.

    Eine grundsätzliche Reform des BAföGs ist dringend erforderlich: Rund zwei Drittel aller Studierenden verfügt trotz Nebenjobs und alledem über weniger als 60% des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung (1.251 €) und ist damit akut armutsgefährdet (Stand 2021). Nur 13% der Studierenden erhält mit dem BAföG überhaupt eine staatliche Ausbildungsförderung. Die schleichende Absenkung der Regelsätze (weit unter das reale Bedarfsniveau), der schrittweise aufgebaute Verschuldungsdruck und die immer restriktiveren Zugangsbeschränkungen haben die ursprünglich solidarisch erkämpfte Garantie des Rechts auf Bildung für Alle zu einer Farce verkommen lassen. Die für dieses Jahr vom Bundesbildungsministerium geplante Reform will diesen Zustand zementieren. Das Gegenteil ist geboten.

    Es braucht einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel von der privatisierten Alltagsbewältigung hin zur gemeinschaftlichen Gestaltung allseitig humaner Lebensbedingungen durch die Vielen. Dafür haben die höheren Bildungseinrichtungen und ihre Mitglieder entscheidende Bedeutung. Auch deshalb braucht es endlich ein BAföG, das der aktuellen Lebensrealität von Studierenden und dem notwendigen Anspruch des sozial gleichen Zugangs zu Bildung für Alle gerecht wird. Das bedeutet auf

    Höhe der Zeit eine staatliche Ausbildungsvergütung, die allen Studierenden, Auszubildenden und Schüler:innen über 18 Jahren folgendermaßen gezahlt wird:

    1200€ Monatlich • Inflationsangepasst •Altersunabhängig • Unbefristet

    Elternunabhängig • Herkunftsunabhängig •Rückzahlungsfrei

    Die Mittel dafür sind längst vorhanden: Statt immer neue Milliardengeschenke an Rüstungsindustrie, Banken und Großkonzerne zu schnüren und mithilfe der Schuldenbremse die allgemeinen Krisenlasten immer wieder auf die große Mehrzahl der Bevölkerung abzuwälzen, sind endlich die Krisenprofiteure zur Kasse zu bitten und massive Investitionen in den Erhalt und Ausbau der sozialen Daseinsvorsorge zu tätigen. Dazu gehört auch eine staatliche Ausbildungsförderung, die diesen Namen verdient. Es ist nicht zuletzt an uns Studierenden, eine solche Tendenzwende gesellschaftlich durchzusetzen. Die Zeiten dafür sind mehr als reif. Daher: Schluss mit Bildungsungleichheit und prekärem Studieren! Die Freude am Lernen kommt beim Demonstrieren! Hinaus zum bundesweiten Aktionstag: BAföG für Alle statt Profite für Wenige!

    Aufruf und Materialien sind hier zu finden: https://bafög-für-alle.de/hamburg/